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Denkmal Historischer Friedhof

2017 - Jubiläum "200 Jahre"

Der alte Dorffriedhof wird zum "Historischen Friedhof"

Karl-Marx-Straße 17
Unter Denkmalschutz seit dem 31. März 2011

(Bei Fragen zum Waldfriedhof Zernsdorf, Am Stujangsberg, wenden Sie sich bitte an die
Friedhofsverwaltung der Stadt Königs Wusterhausen)

Der historische Friedhof in ZernsdorfSeit der Ersterwähnung der Ansiedlung “Czernestorf” (Zernsdorf) 1375 im Landbuch vom Kaiser Karl IV. gehörte der Ort immer zum Amt Kön.(igs) Wusterhausen (über die Jahrhunderte auch Amt Burg/Schloss Wuster-hausen genannt).
Und weil Zernsdorf auch in der dortigen evangelischen Kirchengemeinde eingepfarrt war, fanden dieVerstorbenen aus Zernsdorf auf dem Kirchhof an der Kreuzkirche von (Königs) Wusterhausen ihre letzte Ruhe.
Die wirtschaftliche Abhängigkeit der Zernsdorfer Kossäthen vom Schloss bestand bis 1825.


1817 - Zernsdorf bekommt einen eigenen Begräbnisplatz (128 Einwohner)

Um 1816/17 war abzusehen, dass der Friedhof von Königs Wusterhausen bald keine neuen Grabstellen mehr aufnehmen konnte. Eine Erweiterung war auf Grund der beengten Lage an der Kirche unmöglich. Deshalb sollte er geschlossen werden und ein neuer an anderer geeigneter Stelle angelegt werden.

Die Zernsdorfer, ihnen war der weite Weg zu den Grablagen ihrer Verstorbenen vermutlich schon lange ein Dorn im Auge gewesen und nun befürchteten sie, in Zukunft wohl eine noch größere Entfernung zum neuen Friedhof zurücklegen zu müssen.
Die Gemeinde Zernsdorf stellte deshalb am 3. März 1817 mit Unterstützung des Superintenden Dölln aus Wusterhausen ein Bittschreiben an die Königliche Regierung zu Potsdam auf, in dem sie in mehreren Punkten ihren Wunsch auf einen eigenen Friedhof direkt in Zernsdorf begründeten:
„(…)
1/   wohnen wir in einer Entfernung einer halben Meile (~3750 m) von Wusterhausen, und wir bedürfen, um eine Leiche daselbst, mit Einschluß der damit verbundenen Zurüstungen gänzlich einen gantzen Tag verwenden allso hierdurch nicht nur von unseren Wohnungen entfernt, sondern es wird auch gleichzeitig unsere Wirtschaft vernachlässigt.
2/   Da größtentheils der gantze Ort unter sich verschwistert und verschwägert ist, so folgt daraus, dass sich sämtliche Einwohner dem Gebrauche gemäß der Leiche folgen, mithin ist anhand der Zeit, dass solche zur Gruft begleitet wird, niemand weiter, als die abgelebtesten, die etwaigen Kranken, und die Kinder, sodann einheimisch, und welche wie sehr einleuchtend bey einem entstehenden Unglück, wenig oder gar keinen Nutzen stiften können.
3/   Tritt besonders zur Saat und Erntezeit, auch bey anhaltender ungünstiger Witterung, auch mitunter der Fall ein, dass die hiesigen Collonisten welche kein Gespann haben wegen des Transport ihrer Leichen sehr in Verlegenheit kommen, weil zu der angeführten Zeit, Niemand gern sich von seinen Geschäften entfernen will, und sie daher an entlegenen Orten erst das nötige Fuhrwerk, mit Zeit und Kostenaufwand herbeizuschaffen genötigt sind.
4/  Da wie bekanntlich die Straße von Neuemühle bis Wusterhausen nur frequent, dahingegen von uns bis Neuemühle, nur wenig und nur einzig von der hiesigen Gemeinde, dass man solchen ihr Getreide zum mahlen zur Mühle bringt, befahren wird, so ist dieser gantze Raum, eine Disteria von mehr als einer Viertel Meile, besonders zur Winterzeit bey gefallenem Schnee, ganz unzugänglich, so dass wir schon sodann, um unsere Leichen nach Wusterhausen zu schaffen, mehrere Tag, um den Weg fahrbar zu machen, bis Hinwegschaffung des Schnee und Eises, aus Gesundheit, Kinder und Zeit haben verderben müssen.
5/   Da auch mitunter der Fall eintritt, dass besonders zu Frühjahreszeiten ein Theil der zwischen uns und der Neuenmühle belegenen Weges dermaßen überschwemmt, dass solche mit Gespann durchaus nicht zu passieren, so sind wir um unsere Leichen zur Erde zu bestatten sodann genötigt gewesen, solche oft mit Lebensgefahr, zu mahl bey eingetretenem starken Winde, zu Wasser in unsern kleinen unbedeutenden Kähnen bis Neuemühle, und von da sodann mittelst Landtransport nach Wusterhausen zu schaffen.
Der Nachtheil für unsere Wirtschaft, und die Unbequemlichkeit welche die Beerdigung unserer Leichen in Wusterhausen für uns hat, glauben wir Eure Königliche Hochlöblichen Regierung durch die angeführten Umstände erwiesen zu haben, und sagen wir es daher umsomehr da dieses alles in der Wahrheit völlig gegründet, ganz unterthänigst zu bitten, uns zu gestatten: bey unserm Wohnorte einen Begräbnisplatz anlegen zu dürfen.

Da es uns, wie wir annoch unterthänigst bemerken müssen, dazu den nötigen tractum (lat.: Beratungen) nicht fehlt, so würden wir nicht nur solchen in der vorschriftsmäßigen Entfernung vom Dorfe anlegen, sondern wir würden auch ebenfalls bemüht seyn, denselben ein gefälliges Aussehen zu geben.

Zernsdorf Amt Kön. Wusterhausen den 3ten Mart. 1817
der Schultze und die Gemeinde“

In der Antwort der Königlichen Regierung wurde der Antrag als Unmöglichkeit abgewiesen.
Erst nach einem längeren Schriftwechsel konnte man alle Befürchtungen (dass Sterbefälle nicht ordnungsgemäß gemeldet und die Einträge im Kirchenbuch fehlerhaft sein könnten) ausräumen und sich über Modalitäten (z.B. Zernsdorf übernimmt alle Kosten für Geistliche und Kirchendiener) einigen.

Am 9. Juni 1817 wurden alle Verpflichtungen der Gemeinde Zernsdorf zum „Anlegen eines Begräbnisplatzes in Zernsdorf“ fixiert und vom Zernsdorfer Schulzen und Schulvorsteher Schulze und dem Gerichtsmann und Schulvorsteher Wenzel unterzeichnet.
Darin steht: „Wir versprechen den Begräbnisplatz nach Anordnung (…) anständig, soweit es unsere Kräfte erlauben, anzulegen und zu erhalten. Auch wollen wir von der Gewohnheit, nach welcher jede Familie bisher auf dem Kirchhofe (in Königs Wusterhausen) ihre besondere Stelle (hat) abgehen, und die Leichen ohne Unterschied neben einander beerdigen. Die Dorfgerichte werden dafür sorgen, dass jeder Todesfall dem Pfarrer zur Eintragung in das Kirchenbuch angezeigt werde. (…)“

Unterschriften

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Lage des historischen Friedhofs

Am 29. Juni 1817 unterzeichneten die Kossäthen Johan Pösch und Christoph Streichan mit Unterschrift und die Kossäthen George Streichan, George Lehmann, George Paulick und Gottfried Knorr gaben mit Handzeichen durch drei Kreuze ihr Einverständnis.
So erhielt die Gemeinde Zernsdorf von der Regierung zu Potsdam am 6. Juli 1817 die Erlaubnis zum eigenen Friedhof. Es wurde dafür ein gemeinschaftliches, der Kossäthengemeinde gehöriges, Gelände mit einer Größe von ca. 3500 m² festgelegt. Damals noch im Westen außerhalb der Siedlung gelegen, befindet sich der Friedhof heute mitten im Ort in der Karl-Marx-Straße 17.

Und ganz nebenbei: Auch die die Gemeinde Zeesen, die wie Zernsdorf ihre Toten in Königs Wusterhausen bestatten mussten, erhielten im Juni 1817, ohne eine diesbezüglichen Antrag gestellt zu haben, die Erlaubnis zum eigenen Friedhof in Zeesen.

1818 - Letzte Bestattung in Wusterhausen & Erste Bestattung in Zernsdorf

Die letzte Bestattung in Wusterhausen war am 9. März 1818 Henriette Caroline Schulze. Sie war die zwei und 1/2 Monate alte Tochter des Schiffers Martin Schulze und seiner Ehefrau Marie Dorothea Louise, geb. Paulick.
Die erste Bestattung in Zernsdorf, am 3. Juni 1818 war die 32jährige an Tuberkulose verstorbene Marie Dorothea Louise Schulze, geb. Paulick.
[Evangelisches Landeskirchliches Archiv in Berlin – Kirchenbuch Königswusterhausen, Bestattungen 1818 - Sig.Nr. 9036/-10]

Wann das sogenannte "Leichenhäuschen" in der Nordost-Ecke erbaut wurde, lässt sich mit Bestimmtheit nicht feststellen. Auf einer Ansichtskarte von 1898 ist die rote klar Dachfläche auszumachen. Das Mauerwerk im alten Reichformat lässt auf eine Errichtung um 1872 schließen. (1872 – in Deutschland erfolgte per Gesetz die Einführung des einheitlichen „Reichsformats“ für Ziegel, heute als „altes Reichsformat“ bezeichnet). 

Nach 1918 - Errichtung des Denkmals für die Gefallenen des I. Weltkrieges (1912: 572 Einwohner)

Die Tafel auf der Vorderseite mit der Inschrift „Für das Vaterland starben aus Zernsdorf im Weltkrieg 1914/1918“ trägt 28 Namen mit Todesdaten.
Von welchem Künstler der bemerkenswerte Entwurf stammte, ist nicht erkennbar; eine sichtbare Signatur ist nicht vorhanden.
Auf der Rückseite der Granitstele ist vermerkt: „Sie gaben alles, was sie geben konnten, die Seele Gott, dem Vaterland Blut und Leben“.

Um 1930 bis 1933 – Erweiterung des Friedhofgeländes an der Nordseite

Durch die rasante industrielle Entwicklung des Ortes und dem Zuzug zahlreicher Menschen nach Zernsdorf, hatte sich die Zahl der Einwohner im Zeitraum von nur 23 Jahren von 702 im Jahr 1910 auf 1231 im Jahr 1933 erhöht. [Historisches Gemeindeverzeichnis 1875-2005, Landkreis Dahme-Spreewald, Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik, Potsdam]
Irgendwann war abzusehen, dass die Fläche des Friedhofes für den steigenden Bedarf an Begräbnisstellen nicht mehr ausreichen würde. Um 1930 konnte das Friedhofsgelände in nördlicher Richtung durch eine Fläche von ca. 2800 m² vom Zernsdorfer Bauern Max Knorr erweitert werden.
Die erste Beerdigung auf dieser Fläche war die des Oberpostsekretärs Hermann Möglich, verstorben am 28. Oktober 1933.

1930-1933 - Bau der Kapelle (1933: 1231 Einwohner)

Die Erweiterung des Friedhofs Zernsdorf bot Platz für den Bau einer Kapelle. Zernsdorf hatte nie eine eigene Kirche; bis 1955 nicht mal ein eigenes Gemeindehaus.
Die Kapelle auf dem Friedhof war deshalb nicht nur der Ort für Trauerfeiern, sondern auch für alle anderen Anlässe: Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten, Gottesdienste im evangelischen Gemeindeleben und Kirchenjahr.
Über Jahrzehnte wurden in ihr auch Gottesdienste durch den katholischen Pfarrer aus Königs Wusterhausen für die wenigen in Zernsdorf ansässigen Katholiken gefeiert.
Am 15. Oktober 1933 fand in der Kapelle unter großem Pomp die kirchliche Trauung von SA- und SA-Reserve-Paaren statt. [Königswusterhausener Zeitung, vom 19. Oktober 1933]. Das Kirchenbuch vom 1933 verzeichnet zwölf Paare namentlich, die durch Pastor Hummel an diesem Tag getraut wurden [Evangelisches Landeskirchliches Archiv in Berlin – Kirchenbuch Königswusterhausen, Getraute im Jahre 1933 - Sig.Nr. 9046/-4, Folien 0569 bis 0571]

1944 – Ehrenfriedhof, Grabstellen der Familien Schmidt & Neumann

Am 3. März 1944 wurde der erste amerikanische Luftangriff auf Berlin geflogen. Die Flugzeuge starteten in Großbritannien, flogen über Magdeburg und nahmen über dem Krüpelsee Kurs auf die Mitte Berlins.
Über Zernsdorf wurden sogenannte „Vorfeuer“ zur besseren Markierung der Fluglinie gesetzt. Viele Häuser wurden beschädigt, einige total zerstört. Dabei fanden die Mitglieder der Familien Schmidt und Neumann in ihrem Wohnhaus, heute Grundstück Karl-Marx-Straße 15, den Tod.

1941-1945 – Ehrenfriedhof, Grabstellen die Gefallenen des II. Weltkrieges

Hier befinden sich acht Gräber von Soldaten, deren Leichen zur Beerdigung nach Zernsdorf überführt werden konnten.
Die Zahl der aus Zernsdorf stammenden Soldaten, die im II Weltkrieg (1939/1945) ums Leben kamen, liegt aber viel höher. Bis jetzt konnten insgesamt 34 Tote namentlich ermittelt werden. Ob die Liste jemals abgeschlossen werden, kann erscheint fraglich.

1958 – Dreiflügliger Altar in der Kapelle

Am 22. Dezember 1958 wird der dreiflüglige Altar in der Kapelle aufgestellt. [Erwin Hahs. Tagebuchnotiz zum 22.12.1958]
Das ausdrucksstarke Kunstwerk schuf Professor Erwin Hahs. Der Maler, Grafiker, Lehrer und Bühnenbildner, 1887 in Berlin geboren, lebte von 1956 bis zu seinem Tode 1970 in Zernsdorf.
Das Mittelteil zeigt die Auferstehung Christi über dem geborstenen Felsengrab. Auf dem linken Flügel ist das Opferlamm mit der Fahne zu sehen. Umschlossen wird es von einer Dornenkrone.
Die rechte Seite zeigt den gefüllten Abendmahlskelch, über dem die Hostie schwebt. Beides wird von einem Strahlenkranz umhüllt.
Durch die Flügel wird der Altar geschlossen – Die Aufschrift „Singet und betet“ gilt, nun bildhaft geworden, als Aufforderung an die Gemeinde.

1971 – Ehrenfriedhof, Grabstelle der Familie von Einsiedel

Als das Einsiedelsche Erbbegräbnis in der Zernsdorfer Schillingstraße nach 1961 zusehends verfiel und abgerissen werden musste, wurden die drei Särge aus der dortigen Gruft am 15. Mai 1971 in die neue Grablage auf dem Friedhof umgebettet.
Hans von Einsiedel: Seit 1911 zeitweise und ab Anfang der 1920er Jahre ständig in Zernsdorf lebend, verfügte 1940 testamentarisch, dass “(…) Soweit der von Einsiedelsche Familienverein Ersatzerbe oder Nacherbe nach meinem Sohne wird, lege ich folgendes Vermächtnis auf: Das zu meinem Nachlaß bzw. der Vorerbschaft gehörende Hausgrundstück, Horst-Wessel-Straße 35/41 in Zernsdorf, vermache ich der Gemeinde Zernsdorf bzw. deren Rechtsnachfolger. (...)”
Zum Gedenken an den Vermächtnisgeber Hans von Einsiedel wurde am 1. April 2002 im Gebäude des heutigen “Bürgerhaus Zernsdorf”, Friedrich-Engels-Str. 35-41, eine Tafel angebracht wird, die an die Nachlassherkunft erinnert und das Einsiedelsche Familienwappen zeigt.
Seit dem 1. April 2017, anlässlich des 150. Geburtstages, informiert an der Grabstelle eine Tafel an die sächsische Adelsfamilie und deren in Zernsdorf verstorbenen Familienmitglieder.

1995-1996 – Sanierung der Friedhofskapelle

Die Kapelle wurde nach großem Sanierungsrückstau grundlegend saniert. Fenster und Eingangstüren wurden erneuert und das Dach neu gedeckt. Die Elektroleitungen wurden neu verlegt und im Keller eine moderne Heizungsanlage eingebaut, damit die primitive Kohlenheizung entfallen konnte. Putzschäden wurden beseitigt und die Kapelle erhielt im Inneren und an der Außenfassade neue Anstriche.
Auch das „Leichenhäuschen“ erhielt eine neue Dachdeckung.

1997 – Beseitigung der Vandalismusschäden

Die durch Vandalismus umgeworfenen Grabsteine wurden wieder aufgestellt und befestigt.

2007 - Schließung des Friedhofs - Widmung „Historischer Friedhof“

Fast 190 Jahre lang fanden auf diesem Friedhof Beerdigungen und Urnenbeisetzungen statt, die letzte Bestattung war im Jahre 1999 und noch eine Urnenbeisetzung in 2004.
Parallel zum Alten Dorffriedhof fanden schon seit 1946 die meisten Bestattungen und Beisetzungen auf dem Neuen Friedhof, dem “Waldfriedhof Zernsdorf” Am Stujangsberg, statt.
Zum 1. Januar 2007 wurde der Dorffriedhof Zernsdorf formell geschlossen, so dass er für weitere Bestattungen prinzipiell gesperrt ist. Die letzten Nutzungsrechte laufen 2024 ab.
Wegen der über 200 noch erhaltenen Grabmale, das älteste erhaltene ist aus dem Jahr 1907, der historischen Anordnung der Gräber (Ostung) im älteren Teil, des Denkmals für die Gefallenen des 1. Weltkrieges und der Grabstellen der Gefallenen des 2. Weltkrieges wurde der Friedhof zum “Historischen Friedhof” erklärt. [Beschluss der Stadtverordneten von Königs Wusterhausen vom 21. Mai 2007].

2009 – Umbau der Friedhofskapelle & Aufstellung des Glockenstuhls

Da das Grundstück des Gemeindehauses der evangelischen Kirche in der Karl-Marx-Straße 54 in Erbaupacht anderweitig vergeben wurde, musste die Friedhofskapelle zur Nutzung der Gemeindearbeit umgebaut werden: Im Keller wurde ein Toilettenraum eingebaut und die Sakristei wurde zur Teeküche umgestaltet.
Die Glocke der Einsiedelschen Begräbniskapelle in der Schillingstraße, stand lange Zeit, mit einem extra angefertigten Glockenstuhl, vor dem evangelischen Gemeindehaus.
Am 21. Juni 2009 wurde mit einem Gottesdienst der neue Standort hier auf dem Friedhof, vor der südöstlichen Ecke der Kapelle, eingeweiht. Gleichzeitig wurde die Mehrfachnutzung der Kapelle als Gemeindehaus gefeiert.

2011 - Denkmal “Historischer Friedhof”

Am 31. März 2011 wurde der “Historische Friedhof Zernsdorf” in die Denkmalliste des Landes Brandenburg, Landkreis Dahme-Spreewald aufgenommen. In der Begründung wurden unter Anderem die ortsgeschichtliche, die Bau- und kulturgeschichtliche und im Besonderen die sozialgeschichtliche Bedeutung des alten Dorffriedhofs hervorgehoben.
[Amtsblatt für den Landkreis Dahme-Spreewald, Nr. 21vom 27.06.2011, Seiten 5 bis 10]

2017 - Info-Tafel zur Geschichte des Friedhofes

Seit dem 2. April 2017 befindet sich am Haupteingang des Friedhofes eine Infotafel zur Geschichte des Friedhofes (Kurzfassung). Über die QR-Codes am unteren Rand der Tafel werden noch weitere interessante Informationen angeboten.

………….

Ostung: Die Ausrichtung der Grablagen nach Osten war bei der Bestattung schon in der Antike oft in der Art, wie in Zernsdorf auf dem älteren Teil des Friedhofs üblich. Die Verstorbenen waren so beigesetzt, dass ihre Gesichter in diese Himmelsrichtung blicken. Dort geht die Sonne auf und bringt neues Leben.
Und in der christlichen Tradition erwarten die Verstorbenen am Jüngsten Tag die Auferstehung zum ewigen Leben und im Osten die Wiederkunft Jesu Christi als den Richters über alle Lebenden und Toten.

Denkmal für die Gefallenen des I. Weltkrieges, Vorderseite Denkmal für die Gefallenen des I. Weltkrieges, Rückseite
Denkmal für die gefallenen Zernsdorfer des I. Weltkrieges
Der ältese Grabstein von 1907
Ältester Grabstein von 1907

 Der Friedhof im FrühlingDer Friedhof im Frühling

(Bearbeitungsstand: 3. April 2017)