Otto Marquardsen

Selbstbildnis   Signatur

 

OTTO MARQUARDSEN

Geboren am 7. August 1887 in Berlin -  gestorben am 8. April 1946 im NKWD/SMAD-Speziallager Nr. 5 Ketschendorf (Ort süd-östlich von Fürstenwalde)

Otto Marquardsen stammt aus einer Arbeiterfamilie,  er besuchte die Volksschule und erlernte nach deren Abschluss den Beruf eines Dekorationsmalers. Künstlerisch talentiert, studierte er von 1907 bis 1911 bei Prof. Max Koch an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseum (Meisterschüler). Er lebte und wirkte in Berlin ( Holsteinische Str. 30, Kurfürstenstr. 70) und vom 28.12.1931 bis 21. Mai 1945 in Zernsdorf (Strandweg 2).
Er war zwei mal verheiratet, aus der zweiten Ehe stammten zwei Töchter (Zwillinge).

In seiner "Berliner Zeit" war Otto Marquardsen sehr aktiv und beteiligte sich an vielen Ausstellungen der "Juryfreien Kunstausstellung" und den "Großen Berliner Kunstausstellungen" des Vereins Berliner Künstler, dessen Mitglied er seit 1925 war. Seine Motive waren oft die Menschen seiner Umgebung, seine Mutter, Arbeiter, Menschen der Straße -  das Millieu aus dem er selbst stammte und wo er sich bestens auskannte. Auch einige Berliner Stadtansichten und andere Landschaftsbilder entstanden in dieser Zeit.
Die Themenwahl seiner Werke änderte sich in den Jahren, als er in Zernsdorf lebte. Darstellungen der märkischen Landschaft und Städte traten in den Vordergrund. Porträts sind weniger angefertigt worden. 
In Büchern und in einigen Ausgaben des Beeskow-Storkower Kreiskalenders sind Illustrationen von ihn veröffentlicht worden.
Es fällt schwer, das Lebenwerk Otto Marquardsens in seiner Gesamtheit zu beurteilen: Ein Nachlass des Malers existiert so gut wie nicht mehr, ein Werksverzeichnis wurde vermutlich nicht angefertigt oder ist verschollen.

Auf dem Zernsdorfer "Historischen Friedhof", dem alten Friedhof in der Karl-Marx-Straße, befindet sich die Grabstelle von Elise Marquardsen, geb. Kornmeter, 30.10.1889 - 28.04.1935 (Otto Marquardsens erste Ehefrau).
Die genaue Grablage von Otto Marquardsen ist ungeklärt, ob Massengrab in Ketschendorf oder durch Umbettung auf den Waldfriedhof Halbe; sein Name befindet sich im Totenbuch des Friedhofs und auf einem Gedenkstein der Toten des Lagers Ketschendorf. Durch einen Lesefehler der alten Unterlagen wurde der Name hierauf falsch als "Otto Maquardsek" veröffentlicht.

 

Gedenkstein

Eine von 49 Gedenksteinen mit insg. 4.620 Totesopfern
hier: Otto Marquardsek(n) *1887 
8.4.1946

 

 
Galerie

 

Die Straße

Berlin, Die Straße (Friedrichstraße), 1925

In der Kantine

In der Kantine, Datum unbekannt

 

 

Beeskow, Am Markt

Beskow, Laden am Markt

Beeskow, Marienkirche

Beeskow, Blick zur Marienkirche

 

 

 

 

Das Bild "Skatspieler" ist in der Zernsdorfer Zeit entstanden, die gemalten Kartenspieler
sollen in Zernsdorf gelebt haben.

Wer erkennt vielleicht die abgebildeten Personen?
 

Wer kann mit Informationen zu Otto Marquardsen weiter helfen?

Wer besitzt ein Werk von Otto Marquardsen und könnte ein Foto, auch digital, einer Aufstellung zu einem Werksverzeichnis beifügen?

Über Ihre Kontaktaufnahme würde ich mich sehr freuen.

 

Skatspieler

Die Skatspieler

 

 

 

 

 

 

(Bearbeitungsstand: 28. August 2019)